Autoreninterview mit Maximilian Greif
Maximilian Greif
Autor von Erster Magier
Nachteule, Wortmagier und Revolutionsfreund: Im Interview erzählt Maximilian Greif, wie Politik, Philosophie und High Fantasy in seiner Geschichte zusammenfinden.
Ein Blick hinter die Kulissen zur Entstehung von der Erste Magier.
Über mich
1. Stell dich in drei Worten vor.
Nachteule, Wortmagier und Revolutionsfreund.
2. Wann wusstest du: Ich will ein Buch schreiben?
Seit meiner Jugend, die ich in Online-Rollenspiel-Foren verbracht habe – befeuert von dem Spaß, den ich wenig später als Pen-and-Paper-Spielleiter hatte.
3. Was inspiriert dich beim Schreiben am meisten?
Politiktheoretische und philosophische Texte – ob von Konfuzius, Thomas Hobbes, Michel Foucault, Karl Marx oder modernere Abhandlungen von Thomas Piketty oder David Graeber.
Solche Schriften denken viele Themen grundsätzlicher als das politisch oft festgefahrene Tagesgeschäft. Für jemanden, der sich Welten ausdenkt und festlegen muss, welche Gedanken dort herrschen, sind sie eine ideale Inspiration. In Fantasy-Texten lassen sich diese theoretischen Betrachtungen wunderbar in eine fiktive Praxis übersetzen.
4. Beschreibe dein Buch in einem Satz.
Junge Menschen mit gottgleichen Magiefähigkeiten müssen herausfinden, wer sie sind, um zu entscheiden, wie sie politisch auf die Welt Einfluss nehmen wollen.
5. Welche Szene liegt dir besonders am Herzen?
Als der Protagonist Dymakos seine Kräfte zum ersten Mal nicht nur nutzt, um Dinge zu erschaffen, sondern um eine andere Person zu etwas zu zwingen.
Dabei geht es ihm eigentlich darum, die Menschen in der Welt von politischen Zwängen zu befreien. Die Szene steht für vieles zugleich: für die Zerrissenheit des Protagonisten, die Versuchung der Macht und die Grenzen der Gewalt gegen den politischen Gegner.
Zum Buch
6. Für wen hast du dieses Buch geschrieben?
Für Menschen wie mich, die High Fantasy lieben, die sich selbst ernstnimmt, und zugleich Spaß daran haben, wenn es in einer Geschichte politischer zugeht – sowohl im Sinne eines Polit-Thrillers als auch hinsichtlich der Frage, wie eine mittelalterliche Gesellschaft anders organisiert werden könnte.
7. Was sollen Leser:innen nach der letzten Seite fühlen?
8. Was war die größte Herausforderung?
Für das ganze Buch ein vernünftiges Pacing zu schaffen. Der Auftakt einer Geschichte, der viel Aufregendes für später vorbereitet, muss Leser:innen trotzdem von Anfang an mitreißen.
Der Vorteil bei Erster Magier: Die vielen Handlungsstränge können sich gegenseitig dabei unterstützen, die Spannung hochzuhalten. Wird eine Perspektive ruhiger, nimmt dafür die andere mehr Fahrt auf – und umgekehrt.
9. Gibt es eine Botschaft zwischen den Zeilen?
Die Welt ist veränderbar – zum Besseren oder Schlechteren. Wir müssen uns also nicht nur dem derzeitigen Zustand der Welt ergeben.
10. Wenn dein Buch ein Song wäre?
„Rolex für Alle“ von Disarstar.
Blick hinter die Kulissen
11. Wie sieht ein typischer Schreibtag aus?
Ob an einem Erwerbsarbeitstag oder an einem freien Tag: Ich schreibe in der Regel erst nach dem Abendessen. Und dann oft so lange, bis meine Augen protestieren.
12. Kaffee oder Tee?
Keins von beidem, sondern ein Bierkrug – mit Wasser. So muss ich beim Schreiben weniger häufig aufstehen. Kaffee schmeckt mir nicht und Tee verbinde ich leider nur mit Kranksein.
13. Plotten oder drauflosschreiben?
Das Grundgerüst plotten, aber genügend Raum lassen, um sich von den Charakteren überraschen zu lassen.
14. Gab es einen Moment, in dem du ans Aufgeben gedacht hast?
Es gab keinen Moment, in dem ich explizit darüber nachgedacht habe, mit dem Projekt aufzuhören. Es gab aber eine Zeit, in der ich das Buch aus den Augen verloren habe – als das Projekt noch in den Kinderschuhen steckte und ich zugleich viel im Studium zu tun hatte.
15. Was hat dich motiviert weiterzumachen?
Meine Frau, der größte Fan und Kritiker des Buches, hat mich zum Glück motiviert, weiterzuschreiben.